Bauhaus Dessau

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Bauhaus Dessau

Walter Gropius, 1919 Gründer des Bauhauses und bis 1928 sein Direktor, entwarf den Bau im Auftrag der Stadt Dessau, die das Geld für den Neubau des Schulgebäudes zur Verfügung stellte.
Bei seinem Entwurf entwickelte Gropius seine architektonischen Ideen weiter: Das Äußere des Werkstattflügels wird von der vor das tragende Skelett gehängten Glasfassade (curtain wall) bestimmt und zeigt offen die konstruktiven Elemente. Gropius verzichtete darauf, die Ecken der kubischen Baukörper optisch zu verstärken. Er ließ stattdessen die Verglasung die Kanten umgreifen und schuf so den Eindruck von Leichtigkeit.

Konsequent trennte Gropius beim Bauhaus die Gebäudeteile nach ihren Funktionen und gestaltete sie unterschiedlich. Dabei ordnete er die einzelnen Flügel asymmetrisch an. Um die vollständige Gestalt des Komplexes zu erfassen, muss der Betrachter daher um den gesamten Bau herumgehen. Es gibt keine zentrale Ansicht.
Der verglaste, dreigeschossige Werkstattflügel, der gleich hohe Trakt für die Gewerbliche Berufsschule mit seinen schlichten Fensterbändern und das fünfgeschossige Ateliergebäude mit seinen auffällig herauskragenden Balkonen sind die Hauptelemente des Komplexes. Eine zweigeschossige Brücke, in der u. a. die Verwaltung sowie bis 1928 das Architekturbüro von Gropius untergebracht waren, verbindet den Werkstattflügel mit der Gewerblichen Berufsschule. Ein eingeschossiger Zwischenbau mit Aula, Bühne und Mensa, die sog. Festebene, schafft den Übergang vom Werkstattflügel zum Atelierhaus, in dem sich ursprünglich 28 Wohnateliers für Studierende und Jungmeister befanden. Die Fassade des Studentenwohnheims ist im Osten durch Einzelbalkone und im Süden durch langgezogene, die Gebäudeecke umgreifende Balkone geprägt.
Für das Innere entwarf Hinnerk Scheper, Jungmeister der Wandmalereiwerkstatt, einen detaillierten Farbplan, der durch die unterschiedliche farbige Behandlung von tragenden und verkleidenden Elementen die Konstruktion des Baus verdeutlichen sollte.

Unter dem Druck der Nationalsozialisten wurde das Bauhaus als Hochschule für Gestaltung 1932 geschlossen. Nach schweren Bombenschäden kurz vor Ende des Krieges wurde es notdürftig repariert. 1974 unter Denkmalschutz gestellt, wurde es 1976 erstmals aufwändig restauriert. Mit der Erklärung des Bauhausgebäudes zum Weltkulturerbe wurde eine weitere umfassende Sanierung beschlossen. 1994 wurde die Stiftung Bauhaus Dessau ins Leben gerufen. Damit ist das Bauhaus wieder ein lebendiger Ort der experimentellen Gestaltung, Forschung und Lehre, der sich neben der Pflege, Erforschung und Vermittlung des Bauhauserbes insbesondere mit dem Thema Stadt beschäftigt.