Meisterhäuser

Meisterhäuser

Die Meisterhäuser dienten nicht nur zum Wohnen sondern auch als Ateliers zum Arbeiten und Unterrichten. Sie fungierten unter anderem als „offene Salons“ für gesellige und diskursive Treffen von Künstler/innen aller Sparten, Gestalter/innen, Architekt/innen, Ingenieur/innen und Politiker/innen.
Architekt Walter Gropius gab den Häusern durch ineinander verschachtelte, unterschiedlich hohe kubische Körper ihre Gestalt. Die Doppelhäuser sind grundsätzlich baugleich und die jeweiligen Haushälften haben denselben Grundriss, wenn auch gespiegelt und um 90° gedreht. Einzig im zweiten Obergeschoss unterscheiden sich die Haushälften – jeweils der westliche Teil hat hier zwei zusätzliche Zimmer.

Erste Bewohner des zweiten Meisterhauses waren Georg Muche und Oskar Schlemmer mit ihren Familien. Muche blieb nur wenige Monate, 1927 zog Hinnerk Scheper mit seiner Familie in die Doppelhaushälfte ein. Während die Schlemmers auf Reisen waren, wohnte der spätere Bauhaus-Direktor Hannes Meyer 1927 eine Weile im Schlemmer-Haus. 1929 übernahm Alfred Arndt das Haus. Für ein halbes Jahr (1929/1930) war Gunta Stölzl seine Untermieterin und lebte mit Kind, zeitweise auch mit ihrem Mann Arieh Sharon, im Atelier. 1932 wurde das Bauhaus durch die Nationalsozialisten geschlossen und die Meisterhäuser anderweitig vermietet.

In der DDR dienten noch vorhandenen Meisterhäuser als Wohnräume und als Klinik. Erst 1974 wurden das Bauhaus und die Meisterhäuser in die zentrale Denkmalliste der DDR aufgenommen. 1996 wurden die noch vorhandenen Meisterhäuser zusammen mit dem Bauhaus in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste aufgenommen.