RaumZeitPiraten

Performance-Zeiten:
Freitag, 2. September 2011 I ab 20.00 – 24.00 Uhr
Samstag, 3. September 2011 I ab 20.00 – 1.00 Uhr

Weitere Informationen:
VITA Tobias Daemgen
VITA Moritz Ellerich
www.raumzeitpiraten.de

Standort:
Meisterhäuser Muche/Schlemmer
Für den Weg von den Meisterhäusern durch das Georgium zur Anhaltischen Gemäldegalerie ist eine Taschenlampe und festes Schuhwerk erforderlich.

RaumZeitPiraten

In ihren ortsbezogenen Installationen inszenieren Tobias Daemgen und Moritz Ellerich Räume als einen Strom von Lichtbildern. Dazu nutzen sie optische Effekte, arrangieren chemische und physikalische Prozesse, entwickeln kinetische Objekte und erfinden analoge wie digitale Klangerzeuger. Ihre Licht- und Projektionstechnik reicht von einfachen Glühlampen über Tageslichtschreibern bis zu professionellem Theaterequipment und Laserprojektionen. In performativer Präsenz bewegen sie sich in ihren Installationen und greifen fortwährend in das Bildgeschehen ein. Ihre luziden Collagen realisieren sie als raumfüllende Bildwelten, in die sie die Betrachter/innen eintauchen lassen.

“farbfest”-Projekt: Licht-Klang-Rhizom

Für die Innenräume des Muche/Schlemmer-Hauses entwerfen Tobias Daemgen und Tobias Ellerich ein Lichtlabor, in dem die Farb- und Formsprache des Bauhauses Gegenstand experimenteller Untersuchung und künstlerischer Forschung ist. Ein Teil der Forschungsergebnisse wird als Projektionen auf den Baukörpern des Feininger-Hauses und des Muche/Schlemmer-Hauses appliziert. Die Besucher/innen können in die Gestaltung der Fassadenprojektion eingreifen, indem sie farbige Plexibausteine, die an das Bauhaus-Bauspiel angelehnt sind, auf Tageslichtprojektoren neu arrangieren.

Tobias Daemgen und Moritz Ellerich werden gefördert durch ein Stipendium der Kunststiftung NRW.

„farbfest“-Standort: Meisterhäuser Muche/Schlemmer

Die Meisterhäuser dienten nicht nur zum Wohnen, sondern auch als Ateliers zum Arbeiten und Unterrichten. Sie fungierte auch als „offene Türen“ für gesellige und diskursive Treffen von Künstler/innen aller Sparten, Gestalter/innen, Architekt/innen, Ingenieur/innen und Politiker/innen.

In das zweite Doppelhaus zogen als erste Georg Muche und Oskar Schlemmer mit ihren Familien ein. Muche wohnte nur wenige Monate in seinem Meisterhaus in Dessau, 1927 zog Hinnerk Scheper mit seiner Familie in die Doppelhaushälfte ein. Bevor Hannes Meyer nach seiner Berufung zum Bauhaus-Direktor 1927 in das Meisterhaus Gropius einzog, wohnte er eine Weile im Schlemmer-Haus, während die Schlemmers auf Reisen waren. 1929 übernahm Alfred Arndt das Haus. Für ein halbes Jahr (1929/1930) war Gunta Stölzl seine Untermieterin und lebte mit Kind, zeitweise auch mit ihrem Mann Arieh Sharon, im Atelier. 1932 wurde das Bauhaus durch die Nationalsozialisten geschlossen und die Meisterhäuser anderweitig vermietet. 1939 wurden sie an die Junkers-Werke mit der Auflage der Umgestaltung verkauft. In der DDR dienten noch vorhandenen Meisterhäuser als Wohnräume und als Klinik.

Erst 1974 wurden das Bauhaus und die Meisterhäuser in die zentrale Denkmalliste der DDR aufgenommen. 1996 wurden die noch vorhandenen Meisterhäuser zusammen mit dem Bauhaus in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste aufgenommen. 2001/2002 wurden die Meisterhäuser Muche/Schlemmer restauriert. Heute wird es von der Stiftung Bauhaus Dessau als Ausstellungsraum genutzt. Weitere Informationen: Meisterhäuser Dessau