Die Feste am Bauhaus
Termin:
Freitag, 2. September 2011 I 15.30 Uhr
Weitere Informationen:
VITA Burghard Duhm
Veranstaltungsort:
Meisterhaus Feininger/Kurt-Weill-Zentrum
„Spiel wird Fest – Fest wird Arbeit – Arbeit wird Spiel“ (Johannes Itten)
Die Feste am Bauhaus waren ein fundamentaler Bestandteil des Lebens am Bauhaus, so wichtig, dass sie von Walter Gropius 1919 in das „Bauhaus Manifest“ aufgenommen wurden. Erklärtes Ziel war, die „Pflege freundschaftlichen Verkehrs zwischen Meistern und Studierenden außerhalb der Arbeit; dabei Theater, Vorträge, Dichtkunst, Musik, Kostümfeste. Aufbau eines heiteren Zeremoniells bei diesen Zusammenkünften.“. Die Idee dazu stammte von Adolf Brütt, dem Leiter der Bildhauerschule an der großherzoglichen Kunsthochschule. Auf seinen Vorschlag hin wurden thematische Feste wie „Das indische Fest“ oder „Das Räuberfest“ realisiert. Am Bauhaus wurde diese Festkultur fortgesetzt und erweitert. In der Weimarer Zeit wurden regelmäßig Feste gefeierte, z.B. zur Sommersonnenwende, zu Semesterbeginn und zu Weihnachten sowie jeden Monat zu einem Maskenthema. Nach der Schließung des Bauhauses in Weimar, reiste Walter Gropius 1925 mit einigen Meister/inne/n und Schüler/inne/n zur Burg Giebichenstein zum „Fest der neuen Sachlichkeit“. 1926 setzten die Feste „Die Röhre“ und „Das weiße Fest“ die gemeinsame Festkultur fort. Die großen Feste des Bauhauses verbreiteten sich nicht nur nach Halle, auch in Leipzig und Berlin hörte und las man von der Festkultur, die am Dessauer Bauhaus gelebt wurde. Das prächtigste aller Bauhausfeste war „Das metallische Fest“. Es wurde zum Inbegriff der Festkultur im Bauhaus Dessau und zog viele Gäste aus ganz Deutschland an. In dieser Tradition wurden die “farbfeste am bauhaus dessau” Ende der 1990er Jahre wieder aufgenommen und sind auch jetzt wieder ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Stiftung Bauhuas Dessau.
Text: Tabea Mernberger